a-Deklination
Die a-Deklination umfasst überwiegend feminine Substantive und ist besonders regelmäßig.
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- die Endungen der a-Deklination in allen Kasus (einschließlich Vokativ) für Singular und Plural benennen
- Substantive nach dem Muster rosa, rosae f. korrekt deklinieren
- die maskulinen Ausnahmen (agricola, nauta, poēta) erkennen und korrekt mit Adjektiven verbinden
- die a-Deklination von der o-Deklination und der konsonantischen Deklination abgrenzen
- die -ābus-Sonderformen bei dea und filia erklären und anwenden
Kennzeichen
Die a-Deklination erkennt man sicher an folgenden Merkmalen:
- Genitiv Singular auf -ae
- meist feminines Genus
- typische Wörter: rosa, puella, via
- maskuline Ausnahmen: agricola, nauta, poeta
Formenschema: rosa, rosae f.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | rosa | rosae |
| Genitiv | rosae | rosārum |
| Dativ | rosae | rosis |
| Akkusativ | rosam | rosas |
| Ablativ | rosā | rosis |
| Vokativ | rosa | rosae |
Der Vokativ ist der Kasus der direkten Anrede. In der a-Deklination ist er in beiden Numeri mit dem Nominativ identisch: O rosa! – O Rose!
Beispiele
- Puella rosam portat. – Das Mädchen trägt eine Rose.
- Rosae in horto sunt. – Rosen sind im Garten.
- Agricola puellis aquam dat. – Der Bauer gibt den Mädchen Wasser.
Besonderheiten
Genitiv Plural auf -um
Die reguläre Endung des Genitiv Plural lautet -ārum (rosārum). Bei einigen griechischen Lehnwörtern begegnet daneben eine archaische Form auf -um, die durch Kontraktion aus -ārum entstanden ist. Sie ist selten und findet sich vor allem in älteren Texten und in der Dichtung.
Belegt z. B.: amphorum neben amphorārum (von amphora, ae f.); drachmum neben drachmārum (von drachma, ae f.).
Dativ und Ablativ Plural: -ābus bei dea und filia
Regulär endet der Dativ und Ablativ Plural auf -is (rosis). Bei dea, deae f. (Göttin) und filia, filiae f. (Tochter) werden daneben die Sonderformen deābus und filiābus verwendet.
Hintergrund: Die maskulinen Entsprechungen deus, deī m. und filius, filiī m. bilden denselben Kasus ebenfalls auf -is (deis, filiis). Um Verwechslungen zwischen weiblichen und männlichen Gottheiten bzw. Kindern zu vermeiden, entstanden eigene Formen für das Femininum.
| Wort | -is-Form (nach Paradigma) | -ābus-Sonderform |
|---|---|---|
| dea – Göttin | deis | deābus |
| filia – Tochter | filiis | filiābus |
Genus und typische Fehler
Genus
Substantive der a-Deklination sind fast ausnahmslos feminin. Die wichtigste Ausnahme bilden Wörter für männliche Personen und Berufe: Sie sind grammatisch maskulin, deklinieren sich jedoch vollständig nach der a-Deklination. Adjektive und Pronomina, die sich auf solche Substantive beziehen, müssen im Maskulinum stehen (agricola bonus, nicht bona).
- agricola, agricolae m. – Bauer
- nauta, nautae m. – Matrose
- poēta, poētae m. – Dichter
- scriba, scribae m. – Schreiber
- auriga, aurigae m. – Wagenlenker
- pīrāta, pīrātae m. – Pirat
- incola, incolae m./f. – Einwohner/-in (Genus richtet sich nach der bezeichneten Person)
Maskuline Eigennamen auf -a folgen demselben Muster: Catilīna, Catilīnae m.; Sulla, Sullae m.
Typische Fehler
- -ae ist dreifach belegt: Genitiv Singular, Dativ Singular und Nominativ Plural enden alle auf -ae (rosae). Den richtigen Kasus erschließt man ausschließlich aus dem Satzzusammenhang.
- Maskulina mit feminin aussehenden Endungen: nauta bonus (nicht bona!) – das Adjektiv richtet sich nach dem grammatischen Genus des Substantivs, also maskulin, obwohl das Substantiv auf -a endet.
- Nominativ und Ablativ Singular sehen gleich aus: Ohne Macra sind beide rosa; mit Macra zeigt rosā den Ablativ (langes ā). Im Text ist die Funktion aus der Syntax erkennbar: Hat das Wort eine Präposition bei sich, ist es oft Ablativ; steht es als Subjekt, ist es Nominativ.
- Genitiv Plural nicht mit o-Deklination verwechseln: Die o-Deklination endet auf -ōrum (servōrum), die a-Deklination auf -ārum (rosārum). Beide Endungen klingen ähnlich; achten auf das ā- bzw. ō-.
Quellen und Referenzgrammatiken
- Rubenbauer, Hans / Hofmann, Johann B. / Heine, Rolf: Lateinische Grammatik. 12., korr. Aufl. Bamberg / München: Buchner / Oldenbourg, 1995. §§ 13–15 (Nominalflexion, a-Deklination).
- Menge, Hermann: Lehrbuch der lateinischen Syntax und Semantik, neu bearb. von Thorsten Burkard und Markus Schauer. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2000.
- Kühner, Raphael / Holzweissig, Friedrich: Ausführliche Grammatik der lateinischen Sprache, Bd. 1: Elementar-, Formen- und Wortlehre. 2. Aufl. Hannover: Hahn, 1912 (Nachdruck Darmstadt 1976).