Zeitformen

Das Lateinische kennt sechs Tempora: drei im Präsenssystem (vom Präsensstamm) und drei im Perfektsystem (vom Perfektstamm).

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Übersicht der sechs Tempora

TempusSystemBildung (Aktiv, Beispiel amāre)Grundbedeutung
PräsensPräsenssystemamō, amās, amat …ich liebe (Gegenwart)
ImperfektPräsenssystemamābam, amābās …ich liebte / ich war am Lieben (dauernd)
Futur IPräsenssystemamābō, amābis …ich werde lieben
PerfektPerfektsystemamāvī, amāvistī …ich habe geliebt / ich liebte (punktuell)
PlusquamperfektPerfektsystemamāveram, amāverās …ich hatte geliebt
Futur IIPerfektsystemamāverō, amāveris …ich werde geliebt haben

Personalendungen Aktiv

PersonPräsenssystemPerfektPlusquamp. / Fut. II
1. Sg.-ō / -m-eram / -erō
2. Sg.-s-istī-erās / -eris
3. Sg.-t-it-erat / -erit
1. Pl.-mus-imus-erāmus / -erimus
2. Pl.-tis-istis-erātis / -eritis
3. Pl.-nt-ērunt-erant / -erint

Personalendungen Passiv (Präsenssystem)

PersonEndungBeispiel (amāre)Übersetzung
1. Sg.-ramorich werde geliebt
2. Sg.-risamārisdu wirst geliebt
3. Sg.-turamāturer/sie/es wird geliebt
1. Pl.-muramāmurwir werden geliebt
2. Pl.-minīamāminīihr werdet geliebt
3. Pl.-nturamantursie werden geliebt

Das Perfekt Passiv wird analytisch gebildet: PPP + esse (z. B. amātus sum – ich bin/wurde geliebt).

Futur II im Detail

Das Futur II (Futurum exactum) gehört zum Perfektsystem und drückt eine Handlung aus, die zu einem zukünftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein wird – die „Vorvergangenheit der Zukunft".

Bildung Aktiv

Perfektstamm + -erō / -eris / -erit / -erimus / -eritis / -erint

PersonFutur II Aktiv (amāre)Übersetzung
1. Sg.amāverōich werde geliebt haben
2. Sg.amāverisdu wirst geliebt haben
3. Sg.amāveriter/sie/es wird geliebt haben
1. Pl.amāverimuswir werden geliebt haben
2. Pl.amāveritisihr werdet geliebt haben
3. Pl.amāverintsie werden geliebt haben

Bildung Passiv

Analytisch: PPP + Futur I von esse (erō, eris, erit …)

Verwendung

Im Deutschen ersetzt man das Futur II oft durch Präsens oder Perfekt (sobald ich fertig bin). Das Lateinische verwendet es konsequent immer dann, wenn die Reihenfolge zweier zukünftiger Handlungen eindeutig festgelegt werden soll.