Gerundium- und Gerundiv-Konstruktionen

Gerundium und Gerundiv tauchen auch als typische Satzkonstruktionen auf.

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Gerundiumkonstruktionen

Das Gerundium (Verbalnomen) wird verwendet, wenn ein Verb als Substantiv in einem obliquen Kasus auftreten soll. Es hat kein Objekt im Akkusativ (dafür → Gerundivum).

KasusFunktionBeispielÜbersetzung
GenitivZugehörigkeit, nach Adjektivenars scrībendīdie Kunst des Schreibens
DativZweck (selten)locus sedendōein Platz zum Sitzen
Akkusativmit ad (Zweck/Absicht)ad lūdendumum zu spielen
AblativMittel, Art und Weisediscendō crescimusdurch Lernen wachsen wir

Gerundivkonstruktionen

Wenn ein transitives Verb ein Objekt hat, ersetzt das Lateinische meist die Gerundiumkonstruktion durch eine Gerundivkonstruktion: Objekt im entsprechenden Kasus + Gerundivum kongruierend.

Gerundium + Objekt→ GerundivumÜbersetzung
ad legendum librumad librum legendumum das Buch zu lesen
causa petendi pacemcausa pacis petendaeum des Friedens willen (ihn zu erbitten)
studium discendi litterasstudium litterarum discendarumder Eifer, die Wissenschaft zu erlernen

Gerundivum der Notwendigkeit (prädikativ)

Das prädikative Gerundivum drückt eine Notwendigkeit aus und kongruiert mit dem Subjekt. Die handelnde Person steht im Dativus auctoris.

Bei intransitiven Verben steht das Gerundivum unpersönlich im Neutrum Singular: Eundum est. – Man muss gehen.