u-Deklination

Eine kleine Deklinationsklasse mit charakteristischem Genitiv auf -us und Genitiv Plural auf -uum.

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Genus der 4. Deklination

Die 4. Deklination umfasst vor allem maskuline Substantive; einige wichtige Feminina und wenige Neutra bilden die Ausnahmen.

Maskulina (Regelfall)

Die meisten u-Stämme sind maskulin: frūctus (Ertrag), senātus (Senat), exercitus (Heer), magistrātus (Amt, Beamter), cursus (Lauf), ūsus (Gebrauch), adventus (Ankunft), cāsus (Fall, Zufall), gradus (Schritt), mōtus (Bewegung).

Wichtige Feminina (Ausnahmen – einzeln lernen!)

Neutra (selten)

Nur wenige Wörter: cornū (Horn), genū (Knie), verū (Bratspieß), gelū (Frost). Neutra haben Nom. = Akk. in Singular und Plural; der Plural endet auf -ua (cornua, genua).

Paradigma: frūctus, frūctūs m. (der Ertrag)

Dat.Sg.: Die reguläre Schulform ist -uī (frūctuī); die Kurzform (frūctū) erscheint vor allem in Dichtung und frühem Latein. Dat./Abl.Pl.: Die meisten u-Stämme bilden regulär auf -ibus (frūctibus); zu den wenigen Ausnahmen auf -ubus siehe unten.

KasusSingularPlural
Nominativfrūctusfrūctūs
Genitivfrūctūsfrūctuum
Dativfrūctuī / frūctūfrūctibus
Akkusativfrūctumfrūctūs
Ablativfrūctūfrūctibus

Auffällig: Nom.Sg. und Nom.Pl./Akk.Pl. lauten alle auf -us (mit unterschiedlicher Vokallänge); der Genitiv Singular auf -ūs ist das sichere Erkennungszeichen der 4. Deklination.

Paradigma: cornū, cornūs n. (das Horn)

Neutra der 4. Deklination sind sehr selten. Kennzeichen: Nom. = Akk. im Singular (cornū) und Plural (cornua); Dat. und Abl.Sg. fallen zusammen (cornū).

KasusSingularPlural
Nominativcornūcornua
Genitivcornūscornuum
Dativcornūcornibus
Akkusativcornūcornua
Ablativcornūcornibus

domus – heteroklitische Deklination

domus, domūs f. (Haus) ist ein Heteroklitum: Es schwankt zwischen Formen der 4. Deklination (u-Stamm) und der 2. Deklination (o-Stamm). In klassischer Prosa überwiegen die o-Formen für Dativ und Ablativ Singular sowie Akkusativ Plural; die u-Formen stehen häufig daneben.

Kasus Singular Plural
Nominativdomusdomūs
Genitivdomūs (4. Dekl.) / domī (2. Dekl.)domuum / domōrum
Dativdomuī (4.) / domō (2.)domibus
Akkusativdomumdomōs (klass.) / domūs
Ablativdomō (klass.) / domūdomibus
Lokativdomī – zu Hause

Lokativ domī: „zu Hause" heißt domī esse / manēre. Der Lokativ domī sieht aus wie ein Gen.Sg. der 2. Deklination, ist aber eine eigene Form und bezeichnet den Ort, nicht den Besitz. Davon zu unterscheiden: domum īre = nach Hause gehen (Akk., Wohin); domō venīre = von zu Hause kommen (Abl., Woher). Alle drei Lokalkonstruktionen stehen ohne Präposition.

Sonderform Dat./Abl. Pl. auf -ubus

Die meisten 4.-Deklinations-Substantive bilden Dat./Abl.Pl. regulär auf -ibus. Einige nehmen stattdessen -ubus, um Verwechslungen mit gleichlautenden Formen der 3. Deklination zu vermeiden:

Bei allen anderen häufigen u-Stämmen gilt ausschließlich -ibus: frūctibus, manibus, exercitibus, gradibus.

Abgrenzung von der 2. Deklination (o-Deklination)

Maskuline Substantive der 2. und 4. Deklination enden im Nom.Sg. beide auf -us. Der Genitiv Singular entscheidet:

Kasus 2. Deklination (servus) 4. Deklination (frūctus)
Nom.Sg.servusfrūctus
Gen.Sg.servī ()frūctūs (-ūs)
Dat.Sg.servō ()frūctuī / frūctū
Akk.Sg.servumfrūctum
Abl.Sg.servō ()frūctū ()
Nom.Pl.servī ()frūctūs (-ūs)
Gen.Pl.servōrum (-ōrum)frūctuum (-uum)
Dat./Abl.Pl.servīsfrūctibus
Akk.Pl.servōsfrūctūs

Merkregel: Steht im Wörterbuch als 2. Eintrag → 2. Deklination. Steht -ūs → 4. Deklination. Nom.Sg. und Akk.Sg. sind in beiden Klassen nicht zu unterscheiden; alle anderen Kasus weichen ab.

Typische Fehler

Quellen und Referenzgrammatiken