Renaissancelatein
Ergänzende Originaltexte aus dem Codicillus Latinus · Latein als Sprache der frühneuzeitlichen Wissenschaft
Über das Renaissancelatein
Das Lateinische blieb bis weit ins 17. Jahrhundert die internationale Sprache der Wissenschaft und Gelehrsamkeit. Humanisten wie Erasmus von Rotterdam oder Lorenzo Valla pflegten ein bewusst am klassischen Cicero orientiertes Latein; Naturwissenschaftler wie Copernicus, Kepler oder Newton veröffentlichten ihre Hauptwerke auf Latein — damit waren sie in ganz Europa lesbar, unabhängig von Landessprachen.
Das Renaissancelatein dieser Zeit zeichnet sich durch klare Syntax, sparsame Verwendung von Konjunktiv und einen Fachwortschatz aus, der antike Begriffe (orbis, sphaera, centrum) in neue wissenschaftliche Kontexte stellt. AcI-Konstruktionen sind besonders häufig, da wissenschaftliche Behauptungen formal als Aussagen eingeleitet werden (dicit / affirmat / demonstratur + AcI).