Klausur 1 – Caesar, Bellum Gallicum I,1

Schwierigkeitsgrad: leicht · Erlaubte Hilfsmittel: nur Stowasser (gedruckt) · Bearbeitungszeit: 2 Stunden

Kontext

Gaius Iulius Caesar (100–44 v. Chr.) verfasste seinen Bericht über den Gallischen Krieg (Commentarii de Bello Gallico, 58–50 v. Chr.) in der dritten Person Singular als politisch-militärisches Rechenschaftsdokument. Das erste Kapitel des ersten Buches ist eines der berühmtesten Incipit der Weltliteratur und bietet eine geographische Einführung in Gallien.

Quelle: Caesar, Commentarii de Bello Gallico, liber I, caput I. Textgrundlage: The Latin Library (thelatinlibrary.com), gemeinfreie Edition.

Aufgabe

Übersetze den folgenden Text vollständig und möglichst idiomatisch ins Deutsche. Bearbeitungszeit: 2 Stunden. Erlaubte Hilfsmittel: nur der gedruckte Stowasser.

Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur. Hi omnes lingua, institutis, legibus inter se differunt. Gallos ab Aquitanis Garumna flumen, a Belgis Matrona et Sequana dividit. Horum omnium fortissimi sunt Belgae, propterea quod a cultu atque humanitate provinciae longissime absunt, minimeque ad eos mercatores saepe commeant atque ea quae ad effeminandos animos pertinent important, proximique sunt Germanis, qui trans Rhenum incolunt, quibuscum continenter bellum gerunt. Qua de causa Helvetii quoque reliquos Gallos virtute praecedunt, quod fere cotidianis proeliis cum Germanis contendunt, cum aut suis finibus eos prohibent aut ipsi in eorum finibus bellum gerunt. Eorum una pars, quam Gallos obtinere dictum est, initium capit a flumine Rhodano, continetur Garumna flumine, Oceano, finibus Belgarum, attingit etiam ab Sequanis et Helvetiis flumen Rhenum, vergit ad septentriones.

Wichtig: Die Musterübersetzung erst nach Fertigstellung der eigenen Übersetzung aufklappen.

Musterübersetzung

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Ganz Gallien ist in drei Teile aufgeteilt, von denen den einen die Belgier bewohnen, den anderen die Aquitanier, den dritten jene, die in ihrer eigenen Sprache Kelten, in unserer Gallier genannt werden. Diese alle unterscheiden sich voneinander in Sprache, Bräuchen und Gesetzen. Die Gallier vom Fluss Garumna von den Aquitaniern, Matrona und Sequana von den Belgiern getrennt. Von all diesen sind die Tapfersten die Belgier, weil sie am weitesten von der Kultur und Zivilisiertheit der Provinz entfernt sind, und weil Kaufleute nur sehr selten zu ihnen kommen und jene Dinge einführen, die zur Verweichlichung der Gemüter beitragen, und weil sie den Germanen am nächsten wohnen, die jenseits des Rheins siedeln, mit denen sie ununterbrochen Krieg führen. Aus diesem Grund übertreffen auch die Helvetier die übrigen Gallier an Tapferkeit, weil sie fast täglich mit den Germanen kämpfen, indem sie entweder jene von ihrem eigenen Gebiet fernhalten oder selbst in deren Gebiet Krieg führen. Jener eine Teil, von dem gesagt worden ist, dass die Gallier ihn innehaben, beginnt beim Fluss Rhodanus, wird durch den Fluss Garumna, den Ozean und das Gebiet der Belgier begrenzt, reicht auch von Seiten der Sequaner und Helvetier bis zum Fluss Rhenus und wendet sich nach Norden.

Anmerkungen zur Übersetzung:

  • divisa: PPP von dividere – „aufgeteilt" (nicht: geteilt)
  • qui … appellantur: Relativsatz mit Doppelnominativ; Celtae / Galli sind Prädikativum
  • propterea quod: kausale Konjunktion + Indikativ (kein Konjunktiv, da objektiver Grund)
  • ad effeminandos animos: Gerundivkonstruktion → „zur Verweichlichung der Gemüter"
  • cum … contendunt, cum … prohibent … aut … gerunt: zeitlich-adversatives cum + Indikativ (iterativ)