Publius Vergilius Maro
70–19 v. Chr. · Epiker, Nationaldichter Roms · Schwierigkeit: schwer
Biographie und Stil
Publius Vergilius Maro (70–19 v. Chr.) stammte aus Andes bei Mantua und wurde der bedeutendste Dichter der römischen Antike. Er genoss die Förderung des Maecenas und des Augustus. Sein Großwerk, die Aeneis, erzählt die mythische Vorgeschichte Roms: der trojanische Held Aeneas flieht nach Troias Fall und gelangt schließlich nach Italien, wo seine Nachkommen Rom gründen werden. Vergil starb 19 v. Chr. auf einer Griechenlandreise in Brundisium, bevor er die Überarbeitung der Aeneis abschließen konnte.
Vergils Stil ist hochartifiziell: kunstvoll gebaute Hexameter, gezielte Inversionen (hyperbaton), Epitheta, Alliterationen und eine fast musikalische Klanggestaltung. Für das Latinum gehört Vergil zu den anspruchsvollsten Autoren. Die wichtigste Vorentlastung ist die Kenntnis des Hexameters: Erst wenn man das Metrum hört, erschließt sich oft die Satzstruktur.
Hauptwerke: Aeneis (12 Bücher), Bucolica (10 Eklogen), Georgica (4 Bücher über Landwirtschaft).
Bearbeitete Textstellen
Hinweis zur Metrik
Vergils Verse sind im daktylischen Hexameter geschrieben. Grundregel: Ein Daktylus (–⌣⌣) kann durch einen Spondeus (––) ersetzt werden. Der Hexameter hat sechs Versfüße, der letzte immer zweisilbig. Das Erkennen des Metrums hilft, Wortgrenzen und Zusammengehörigkeiten in stark invertierten Sätzen zu finden.