Vulgata – Biblia Sacra
Übersetzung des Hieronymus, ca. 380–405 n. Chr. · Kirchenlatein · Schwierigkeit: leicht–mittel
Entstehung und Sprache
Die Vulgata (von lat. vulgō – „verbreiten") ist die lateinische Bibelübersetzung, die Sophronius Eusebius Hieronymus (ca. 347–420 n. Chr.) im Auftrag von Papst Damasus I. anfertigte. Hieronymus übersetzte das Alte Testament direkt aus dem Hebräischen, das Neue Testament revidierte er auf der Basis älterer lateinischer Versionen. Die Vulgata wurde zur maßgeblichen Bibel der westlichen Kirche für über 1000 Jahre.
Die Sprache der Vulgata ist nicht klassisches Cicero-Latein, sondern eine bewusst volkstümliche (sermo humilis) und bibelorientierte Sprache: einfache Syntax, Parataxe, Hebraismen (viele et … et-Verbindungen), wiederholte Schlüsselwörter. Für das Latinum ist die Vulgata vor allem für Studierende theologischer Fächer relevant, aber auch als Einstiegs- und Kontrastlektüre nützlich.
Kanonischer Text: Biblia Sacra Vulgata. Gemeinfreie Editionen bei Bibliotheca Augustana und der Latin Library.
Bearbeitete Textstellen
Genesis 1,1–5
Der Schöpfungsbericht: In principiō creāvit Deus caelum et terram – Rhythmus, Parataxe, theologische Grundbegriffe.
Schwierigkeit: leicht · Prosa · 5 Verse
Matthäus 5,3–10
Die Seligpreisungen der Bergpredigt – Anaphern, Parallelismus, ethische Kernaussagen.
Schwierigkeit: leicht–mittel · Prosa · 8 Verse