Marcus Tullius Cicero
106–43 v. Chr. · Redner, Staatsmann, Philosoph · Schwierigkeit: mittel
Biographie und Stil
Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.) gilt als der bedeutendste Redner und Stilist der lateinischen Sprache. Als homo novus – Politiker ohne adlige Ahnen – kämpfte er sich durch die Ämterlaufbahn und wurde 63 v. Chr. Konsul. In diesem Amt deckte er die Verschwörung des Catilina auf und ließ die Hauptverschwörer ohne Prozess hinrichten. Er wurde später deswegen ins Exil verbannt, kehrte aber zurück. Nach Caesars Ermordung trat er in seinen Philippischen Reden gegen Marcus Antonius auf und wurde 43 v. Chr. auf dessen Befehl getötet.
Ciceros Stil ist geprägt durch kunstvollen Periodenbau (hypotaxis), rhetorische Figuren (Anapher, Klimax, Parenthese), einen breiten Wortschatz und philosophische Tiefe. Er schuf wesentliche Teile des lateinischen Fachvokabulars für Philosophie und Rhetorik. Für das Latinum ist Cicero zentral: Die meisten Prüfungstexte stammen von ihm oder orientieren sich an seinem Stil.
Hauptwerke: Reden (Catilinaria I–IV, Pro Milone), Dialoge (De amicitia, De re publica, De officiis), Briefe (Ad Atticum).
Bearbeitete Textstellen
Catilinaria I, Anfang
Der berühmte Redebeginn: Cicero stellt Catilina im Senat bloß – rhetorische Fragen, Anapher.
Schwierigkeit: mittel · Rede · ~5 Zeilen
De amicitia §§ 20/27
Definition der Freundschaft als höchstes Gut; Bedingungen wahrer Freundschaft.
Schwierigkeit: mittel · Philosophie · ~7 Zeilen
De officiis I, §§ 20–22
Über gesellschaftliche Bindung, Pflichten und die Grundlage der Gerechtigkeit.
Schwierigkeit: mittel · Philosophie · ~7 Zeilen